Gewerbeverein Schwyz besucht MPS Schwyz

Bericht von Kurt Nüssli

Am 24. September 2019 führte der Gewerbeverein Schwyz mit den Jugendlichen der zweiten Oberstufe eine Berufsorientierung durch.

Finde ich den richtigen Beruf? Wie viele Schnupperlehren soll ich absolvieren? Genüge ich den beruflichen Anforderungen? Was kommt auf mich zu? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich Jugendliche mit ihren Eltern und sorgen für Nervosität. Der Gewerbeverein Schwyz, der 270 Mitglieder aus 150 verschiedenen Branchen zählt, führt seit Jahren eine Berufsorientierung an der MPS Schwyz durch, welche von den Schülerinnen und Schülern und den Lehrpersonen sehr geschätzt wird.

Stefan Weber, Vorstandsmitglied vom Gewerbeverein Schwyz, begrüsste die Schüler/innen und erklärte den Ablauf dieser Berufsorientierung. 23 verschiedene Berufe wurden in 18 Workshops à 45 Min. vorgestellt. Die Oberstufenschüler/innen erhielten einen umfassenden Einblick in vier verschiedene Berufsbilder. In den Workshops scheuten Lehrmeister und Lehrlinge keinen Aufwand, damit sich die Jugendlichen ein konkretes Bild machen konnten. Sie schleppten zum Teil fast die halbe Werkstatt ins Schulzimmer…

Stefan Weber, der selber Lehrlinge ausbildet und diese Veranstaltung organisiert hat, berichtet, dass in einigen Berufen wie KV, Praxisberufen wie MPA und TPA, Zeichnern, Polymechanikern, Elektroinstallateuren und Automatikern sich eher Lehrlinge melden würden, während bei handwerklichen und körperlich anspruchsvollen Berufen eher Mangel herrsche. Das Lehrstellenangebot sei heute vielfältiger und motivierte Jugendliche fänden problemlos eine Lehrstelle. Weil das Einstufungsalter in die Schule gesunken sei, müssten die Schüler/innen sich schon früh mit der Berufswahl beschäftigen, obwohl sie entwicklungsmässig noch nicht so weit seien. Dies empfindet er als Nachteil gegenüber von früher. Stefan Weber ermuntert die Oberstufenschüler/innen verschiedene Schnupperlehren zu absolvieren. Der Gewerbeverein bietet eine umfangeiche Palette von Berufen an.

Feedback von drei Jugendlichen

Diese Berufsorientierung war sehr interessant. Wir haben erfahren, dass es viele verschiedene Wege gibt, unser Ziel zu erreichen. Die Vorträge haben uns Schüler und Schülerinnen dazu gebracht, ein bisschen mehr über unsere Zukunft nachzudenken und welcher Beruf uns interessieren könnte oder eher nicht. (Lorents Van der Haas)

Ich finde, der Gewerbeverein hat diesen Vormittag super organisiert, denn langweilig wurde es mir nie. Im vierten Workshop, den ich besucht hatte, wurde der Beruf der Drogistin vorgestellt. Ich selber fand den Beruf am spannendsten, denn die Drogistin erklärte uns ihr Berufsfeld sehr gut und genau. Ich hätte nie gedacht, dass eine Drogistin so viel machen muss. Mir selbst hat der heutige Morgen sehr viel gebracht, denn eigentlich wollte ich Lehrerin werden, doch nach dem heutigen Morgen will ich Drogistin werden und ich schaue noch diese Woche, ob ich einmal schnuppern gehen kann. Ich finde es nämlich großartig, mit Menschen zu arbeiten und zu helfen, und diese Ziele erreicht man definitiv als Drogistin. (Aline Schlegel)

Der Morgen vom Gewerbeverein hat sich sehr positiv auf mich und meine Berufswahl ausgewirkt. Ich habe vieles gehört und habe einen umfassenden Eindruck von verschiedenen Berufen und Lehrstellen bekommen. Ich habe die Berufe Kaufmann, Automatiker, Zeichner EFZ und Elektroinstallateur angeschaut. Es gab viele handwerkliche Berufe, aber auch vieles, das sich fast nur auf die Mathematik bezogen hat. Viele Schüler fanden es super, dass man nicht bei allen Berufen auf Französisch angewiesen ist. (Fabio Tschümperlin)

Dä Gwärbverein bsuecht sini Mitglieder – Senn Transport AG

Am Donnerstagabend, 12. September 2019 besuchte der Gewerbeverein mit über 50 Teilnehmern die Firma Senn Transport AG in Seewen.

Auf einem abwechslungsreichen Rundgang für welchen die Besucher in 4 Gruppen eingeteilt wurden, erläuterten die Teamleiter der Senn Transport AG die verschiedenen Geschäftssparten der Firma auf sehr interessante Art und Weise. Angefangen bei der Planung, Disposition über den Gütertransport auf Schiene und Strasse und dessen Umladungen, bis hin zur Lagerlogistik = Einlagerung von Gütern im Hochregallager und schlussendlich zum neusten Geschäftszweig, dem Planzer Paketdienst.

Es war äusserst aufschlussreich, was die rund 135 Mitarbeitenden mit über 50 Fahrzeugen, kombiniert mit dem Einsatz von täglich rund 20 Eisenbahnwagen an Gütern bewegen. Dies in der ganzen Schweiz und mit über 60% der Wegstrecke auf der Schiene, sehr umweltfreundlich.

Am Ende der Präsentation konnte sich jeder Teilnehmer selbst ein Paket mit dem Planzer Paketdienst aufgeben, welches ein Präsent enthielt und pünktlich am kommenden Tag zugestellt wurde. Ein feiner Apéro mit vielen angeregten Gesprächen rundete den tollen Anlass ab.

Ein herzliches Dankeschön an den Geschäftsführer Silvio Vanoli und seinem ganzen Team für die Organisation und Durchführung des gelungenen Anlasses.

Der Gewerbeverein wirbt um seine Gunst

Am 11. September 2018 fand für die Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe der MPS Schwyz ein besonderer Morgen statt; sie bekamen Besuch vom Gewerbeverein Schwyz.

Der Gewerbeverein Schwyz zählt rund 250 Aktivmitglieder aus 150 Branchen und ist somit einer der grössten Gewerbevereine im Kanton. Die Förderung der Berufslehre liegt der Organisation besonders am Herzen. Was gibt es darum Naheliegenderes, als die jungen Berufsanwärterinnen und Berufsanwärter in der Schule zu besuchen? Dieser Anlass ist seit einigen Jahren fester Bestandteil des Terminkalenders der MPS Schwyz. Die Schüler hatten die Möglichkeit, vier Workshops à 45 Minuten zu besuchen, dabei konnten sie aus 16 Angeboten, in welchen über 20 Berufe präsentiert wurden, auswählen.

Lehrlinge im Mittelpunkt

In den Workshops standen vor allem die Lehrlinge der Betriebe im Mittelpunkt. Sie berichteten über ihre Erfahrungen im Alltag der Berufsausbildung. Dabei erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer allerlei neues und zum Teil erstaunliches. Dass es bei den Logistikern hin und wieder vorkommt, dass sie 25’000 Schritte am Tag laufen, dass rezeptpflichtige Medikamente nur in der Apotheke verkauft werden dürfen und dass die Bäckerin für ihren Beruf nicht nur Kreativität, sondern auch körperliche Fitness mitbringen sollte. Die Verantwortlichen gaben sich grosse Mühe, dem Publikum nicht nur Informationen, sondern bereits praktische Erfahrungen mitzugeben. Beim Heizungsinstallateur konnten die mehrheitlich männlichen Teilnehmer mit dem Schweissspiegel Bekanntschaft machen und erfuhren dabei, dass die Schweissnähte nun stabiler seien, als das Rohr selbst. Beim Plattenleger wurde ein kleines Stück Plattenboden verlegt und beim Betreten des Zimmers der Drogistin wurde man vom typischen Drogeriegeruch empfangen. Die Schüler, die den Workshop des Bäckers/Konditors besuchten, durften gar ihr eigenes Gebäck dekorieren.

Positives Echo

Das Gastspiel des Gewerbevereines hat bei den Schülerinnen und Schülern Eindruck hinterlassen und so manchem wurde ein neues Fenster in die Berufswelt geöffnet. Aber auch das Echo der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner war durchaus positiv. Sie erhoffen sich, viele Schnupperlehrstifte anwerben zu können und so geeignete Lehrlinge für ihren Betrieb zu gewinnen. Und was gibt es schöneres, als wenn für das regionale Gewerbe gute einheimische Arbeitskräfte ausgebildet werden können?